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Akademien der Wissenschaften bestätigen: Wir müssen die Option Kernkraft offenhalten

27.10.2026

Auf einen Blick

  • Eine Studie von TA-SWISS liefert neue Belege in der Debatte um die Aufhebung des Neubauverbots von Kernkraftwerken.
  • Moderne Kernkraft ist sicher, klimafreundlich und ergänzt die Erneuerbaren: Wer auf sie verzichtet, macht die Schweiz im Winter vom Ausland abhängig und bezahlt Milliarden mehr.
  • Die Allianz sichere Stromversorgung fordert, das Neubauverbot rasch aufzuheben.

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Die interdisziplinäre Studie von ETH, PSI, Universität Bern und weiteren Partnern ist die bisher umfassendste Untersuchung zu neuen Nukleartechnologien in der Schweiz. Ihre Ergebnisse sind überzeugend und klar.

1. Kernkraft ist eine Zukunftstechnologie, und sie ist heute verfügbar. Moderne Reaktoren und kleine modulare Reaktoren (SMR) sind technisch ausgereift. Dank passiver Sicherheitssysteme bleiben sie auch bei einem schweren Störfall verlässlich. Beim Klima, bei der Gesundheit, bei den Ökosystemen und beim Flächenbedarf gehören sie laut Studie zu den saubersten Stromquellen überhaupt.

2. Kernkraft und Erneuerbare gehören zusammen. Die Studie räumt mit dem "entweder-oder" auf: Neue Kernkraft ersetzt die Erneuerbaren nicht, sie ergänzt sie. Sie liefert vor allem im Winter Strom, wenn die Solaranlagen wenig produzieren. Dadurch braucht es weniger Batteriespeicher, weniger Reserven und weniger abgeregelten Solarstrom.

3. Ohne Kernkraft fehlt im Winter Strom. Ohne neue Kernkraftwerke muss die Schweiz laut Studie im Winter auch 2070 noch über 10 Terawattstunden Strom importieren. Das ist mehr als doppelt so viel, wie als vertretbar erachtet wird. Und auch die Nachbarländer werden ihren Strom selbst brauchen. Mit neuer Kernkraft sinken die Winterimporte deutlich. In günstigen Varianten exportiert die Schweiz im Winter sogar Strom.

4. Ohne Kernkraft wird es teuer. Früh gebaute Kernkraftwerke senken die Kosten des Energiesystems um Milliarden Franken. Fehlt um 2050 genügend Strom, der zuverlässig und CO₂-arm produziert wird, steigen laut Studie die Strompreise, die Investitionen gehen zurück und die Wirtschaft verliert an Leistung. Diese Verluste lassen sich bis 2070 nicht mehr aufholen.

5. Der Langzeitbetrieb ist die naheliegende Brücke. Laufen Gösgen und Leibstadt bis zu 70 Jahre, spart das laut Modell 7 bis 12 Milliarden Franken. Gleichzeitig sinken die Winterimporte und die Strompreise in der kritischen Phase. Zudem bleiben Fachwissen, Personal und Lieferketten für einen Neubau erhalten.

Eine sichere und bezahlbare Stromversorgung ist eine Grundvoraussetzung für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Schweiz. Deshalb braucht die Energiepolitik aus Sicht von economiesuisse möglichst viele Handlungsoptionen statt Technologieverbote. Neben dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren, der Netzinfrastruktur und der europäischen Einbindung gehört auch die Kernenergie dazu. Das Neubauverbot sollte deshalb fallen. So hält sich die Schweiz die Möglichkeit offen, auch langfristig genügend verlässlichen, CO₂-armen Strom im Inland zu produzieren.

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