

Auf einen Blick
- Je höher die Exportorientierung einer Branche, desto höher sind ihre Produktivitätsgewinne.
- Internationale Märkte begünstigen Innovation, Effizienz und die Verbreitung neuer Technologien.
- Angesichts der Alterung der Bevölkerung wird Produktivitätswachstum für Wohlstand und Wachstum immer wichtiger.
Die Schweiz zählt zu den offensten Volkswirtschaften der Welt. Internationale Märkte sind für Schweizer Unternehmen nicht nur wichtige Absatzkanäle, sondern auch Treiber von Innovation und Produktivität. Angesichts der demografischen Alterung gewinnt dies zusätzlich an Bedeutung: Wenn weniger Erwerbstätige für eine wachsende ältere Bevölkerung aufkommen müssen, werden Produktivitätsfortschritte zur zentralen Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand.
Exportorientierte Branchen erzielen höhere Produktivitätsgewinne
Eine Auswertung von 40 Branchen zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Exportorientierung und der Entwicklung der nominalen Arbeitsproduktivität. Die Branchen wurden anhand ihres Exportanteils an der Endnachfrage in vier gleich grosse Gruppen eingeteilt. Dabei zeigt sich: Branchen, die stärker auf ausländische Nachfrage ausgerichtet sind, erzielten zwischen 2014 und 2024 deutlich höhere Produktivitätsgewinne.
Internationale Märkte fördern Innovation und Effizienz
Unternehmen, die auf internationalen Märkten bestehen wollen, stehen in einem intensiven Wettbewerb. Sie müssen effizient produzieren, innovative Produkte entwickeln und neue Technologien rasch nutzen. Gleichzeitig ermöglichen internationale Absatzmärkte, Forschungs- und Investitionskosten auf grössere Produktionsmengen zu verteilen. Die Auswertung legt nahe, dass sich diese Faktoren auch in der Produktivitätsentwicklung widerspiegeln. Exportorientierte Branchen verzeichneten deutlich höhere Produktivitätsgewinne als Branchen, die überwiegend für den Binnenmarkt produzieren.
Gerade die Pharmaindustrie trägt wesentlich zur Produktivitätsentwicklung der Schweiz bei. Der beobachtete Zusammenhang reicht jedoch über diese Branche hinaus: Auch ohne Pharma verzeichnen exportorientierte Branchen deutlich höhere Zuwächse als binnenorientierte Branchen.
Offene Märkte bleiben ein Standortvorteil
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der internationalen Vernetzung für die Schweizer Wirtschaft. Internationale Märkte sind nicht nur Absatzkanäle, sondern auch ein Umfeld, das Innovationen begünstigt und Effizienzsteigerungen fördert. Für die Wirtschaftspolitik ergibt sich daraus ein klarer Auftrag. Der Zugang zu internationalen Märkten muss gesichert und weiterentwickelt werden. Dazu gehören stabile Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern, ein leistungsfähiges Netz von Freihandelsabkommen sowie Rahmenbedingungen, die Investitionen, Innovation und Unternehmertum fördern.
Gleichzeitig zeigt die Analyse auch das Potenzial im Binnenmarkt. Wenn Wettbewerb, Innovation und Effizienz wichtige Faktoren für Produktivitätsfortschritte sind, sollten diese Anreize nicht nur im internationalen Umfeld wirken. Auch innerhalb der Schweiz können wettbewerbsfreundliche Rahmenbedingungen, weniger administrative Belastungen und ein innovationsfreundliches Umfeld dazu beitragen, die Produktivitätsentwicklung breiter abzustützen.
Angesichts der demografischen Entwicklung wird Produktivität zum entscheidenden Wohlstandsfaktor. Die Schweiz sollte deshalb ihre internationale Vernetzung stärken und zugleich im Binnenmarkt mehr Wettbewerb, Innovation und unternehmerischen Spielraum ermöglichen.
Dossierpolitik
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